Die experimentelle Klassenmusizierstunde mit der KLANGUSTE - Kinder erfinden Musik!

Neues Projekt geplant für 2019 in Kooperation mit dem Haus für Poesie Berlin:
ebbe und flut - die KLANGUSTE lernt dichten!

Ernst Jandl





Ernst Jandl "ebbeflut"



In Verbindung mit der Poetischen Bildung, Haus für Poesie Berlin, ist für 2019 ein neues Projekt mit der KLANGUSTE geplant, das sich an Kinder im Vorschulalter richtet und zusätzlich zu der experimentellen musikalischen Früherziehung auch noch den Aspekt der frühkindlichen Sprachförderung mit hinzunimmt.


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Gefördert vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung FS III im Bezirk Mitte und Bezirk Spandau

Die KLANGUSTE ist ein Projekt für Berliner Grundschulkinder. Es bringt live gespielte zeitgenössische Musik in der Verbindung mit Puppenspiel in die Schule

und leitet die Kinder zum selbständigen Musizieren auf selbstgebastelten Instrumenten an.

Die "experimentelle Klassenmusizierstunde" beginnt mit einer kuriosen Geschichte: Die kleine Languste Gustav hat ein Problem. Sie würde so gerne die Klänge von Ebbe und Flut nachmachen können. Aber wenn Gustav versucht mit seinen Antennen Musik zu machen ergreifen sogar Haie die

Flucht - es klingt so schräg und furchteinflössend! Gustav wäre so gerne ein großer Klangkünstler und hat sich sogar schon einen Künstlernamen ausgedacht : KLANGUSTE.

Die Musiker spielen ein zeitgenössisches Musikstück für Violine und Kontrabass: Erhan Sanri "ebbeflut" (1994), eine Vertonung des gleichlautenden visuellen Gedichts von Ernst Jandl. Die KLANGUSTE moderiert, stellt Fragen und regt die Kinder zum musikalischen und inhaltlichen Mitgestalten an. Sie dürfen die Geschichte weiterspinnen und sollen der KLANGUSTE helfen, wie sie mit ihren Antennen Musik machen kann.

Die KLANGUSTE ist in ihrer Verbindung von Puppentheater und zeitgenössischer

Musik ein mobiles Format der Musikvermittlung und lässt sich unkompliziert in den Schulalltag integrieren.



Die (K)LANGUSTE - ein kleiner biologischer Exkurs...

Langusten (Palinuridae) sind enge Verwandte des Hummers, allerdings fehlen ihr die charakteristischen Scheren des Hummers. Stattdessen besitzen Langusten auffällige lange Fühler, auch Antennen genannt, die teilweise länger sind als der eigentliche Körper der Tiere. Langusten erzeugen auffällige Geräusche mit ihren Antennen. Aber anders als z.B. Heuschrecken, die Geräusche mit ihren Fühlern nach dem

Waschbrett-Prinzip erzeugen, produzieren die Langusten ihre „Knurrtöne" mit einer ungewöhnlichen Technik. Aus den Antennen der Tiere ragen zwei weiche Fortsätze heraus, die über Mulden unterhalb der Augen streichen. Obwohl die Oberflächen relativ glatt sind, bleiben sie durch Reibung immer wieder kurz aneinander hängen, um sich sofort wieder zu lösen. Durch diese unregelmäßige Bewegung, ansatzweise vergleichbar mit der eines Geigenbogens über eine Saite, entsteht ein lauter Ton. Mit einem satten Streicherton hat der Langusten-Klang jedoch wenig gemein: er erinnert eher an eine Mischung aus Waschbrett-Gekratze und dem Geräusch eines feuchten Fingers, der über einen aufgeblasenen Luftballon reibt. Langusten können

Töne nur über kurze Entfernungen wahrnehmen, deshalb dient ihr Knarzen nicht der Kommunikation. Mit den kratzenden Klängen erschreckt das Tier vielmehr Haie und andere Räuber, um wertvolle Zeit für die Flucht zu gewinnen.

Team:

Friederike Hellmann, Puppenspiel

Udo Betz, Kontrabass

Michael Griener, Schlagwerker

Puppenbau: Nicola Reinmöller

Beratung Regie: Wiebke Alphei

Fotos, Susan Poeschl

Video: Hein Schneider