#karuta - mein Tag als Haiku

Ein Projekt für die Kinder der Allegro Grundschule vom Haus für Poesie in Kooperation mit dem Ensemble KNM Berlin und der Experimentellen Musikvermittlung, geplant für 2019

#karuta- Mein Tag als Haiku ist ein Musik- und Poesieprojekt für die Allegro-Grundschule mit dem Team der Poetischen Bildung vom Haus für Poesie, dem Kammerensemble Neue Musik Berlin und der Experimentellen Musikvermittlung von Lisa Werhahn. In dem Projekt wird die Poesie von Alltagsgegenständen und Tagesabläufen von Grundschulkindern in Sprache, Musik, Bild und Spiel ausgelotet. Ausgehend von Jan Wagners berühmten Haiku-Gedicht „teebeutel“ werden sie mit der japanischen Verskunst des Haiku vertraut gemacht und schreiben selbst Haiku. Die Kinder lernen den Tag mit den Augen eines Haikudichters zu erforschen. Gegenstände werden zu Musik, Bild und zu Dichtung. Gemeinsam mit dem Grafiker Andreas Töpfer werden mit den Kindern Grafiken zu den Haiku entwickelt, die später als Spielpartituren für Kompositionen dienen. Der Regisseur Tobias Ribitzki wird mit den TeilnehmerInnen aus dem Karuta-Poesiespiel eine szenische Aufführung entwickeln, die mehrfach in der Pumpe e.V. sowie auf dem poesiefestival berlin in der Akademie der Künste aufgeführt wird.


Das Projekt wird durchgeführt von 150 Schülerinnen und Schülern der S-Klassen (JÜL) und 5. und 6. Klassen der Allegro-Grundschule. Die Allegro-Grundschule ist eine musikbetonte Grundschule, 80% der Kinder sind NDH, die Hälfte der ProjektteilnehmerInnen erlernt an der Schule ein Instrument. Die Kinder werden gemeinsam mit den MusikerInnen des Kammerensembles mit ihrem Instrument Kompositionen zu den Haiku entwickeln und aufführen. All das fließt ein in ein traditionelles japanisches Kartenspiel: das Karuta, das vom Haus für Poesie zum weiteren Gebrauch im Unterricht als Lernmaterial entwickelt und produziert wird.
Die Ergebnisse werden digital gesichert und veröffentlicht. Das Projekt #Karuta – Mein Tag als Haiku verbindet so auf interdisziplinäre und innovative Weise Poetische Bildung, Zeitgenössische Musik, digitales Lernen, interkulturelles Lernen, Lernen im Spiel, szenisches Arbeiten und Grafik.

Hintergrund

Karuta - Kartenspiel

Karuta ist ein Kartenspiel japanischen Ursprungs, welches auf der Zuordnung von Texten und von Bildern basiert. Es gibt in jeder Runde zwei spielende und eine vorlesende Person, Ziel ist es, möglichst viele zusammengehörige Kartenpaare zu sammeln.
Das Auswendiglernen der Gedichte spielt eine zentrale Rolle für ein erfolgreiches Spiel.

Man verwendet ein Karten-Set, das zur einen Hälfte aus sogenannten Lesekarten, japanisch: „yomifuda“ (読札 / よみふだ), und zur anderen Hälfte aus sogenannten Greifkarten japanisch: „torifuda“ (取り札 / とりふだ), besteht.

In den Grund- und Mittelschulen Japans wird Karuta häufig von Kindern während der Schulstunden gespielt und als Lehrmittel, z.B. für die Vermittlung der Schrift oder der Dichtkunst genutzt.